Fallstudie: Fibromyalgie-bedingte Hüft- und Knöchelschmerzen mit Formthotics behandeln
Zusammenfassung
Chronische Schmerzen des Bewegungsapparats stellen sowohl für Patienten als auch für Ärzte eine große Herausforderung dar, insbesondere wenn sie mit Erkrankungen wie Fibromyalgie einhergehen. In dieser Fallstudie wird der Weg einer 43-jährigen Selbstständigen, der Patientin MM, untersucht, die mit ungelösten Schmerzen im vorderen Hüftbereich und Wadenbeschwerden aufgrund ihrer Fibromyalgie zu kämpfen hatte. Trotz konsequenter Physiotherapie und sportlicher Rehabilitation konnte sie keine dauerhafte Linderung erzielen - bis sie eine individuelle Orthesenlösung mit Formthotics.
Dieser detaillierte klinische Fall beschreibt die Bewertung, den Behandlungsansatz und das Ergebnis und zeigt, wie Formthotische Orthesenin Kombination mit manueller Therapie und Bewegungstraining unterstützte MMs Rückkehr zu schmerzfreien Aktivitäten.
Praktiker: Richard van Plateringen
Praxis: Podologie Dunedin
Patient: MM
Aktivitätsniveau: Mittel
Anamnese: Vor 20 Jahren mit Fibromyalgie diagnostiziert
Hauptbeschwerde: Anhaltende Schmerzen in der linken Hüfte und Wade, Steifheit im linken Knöchel bei belastenden Tätigkeiten
Vorgeschichte der vorliegenden Beschwerde
MM wurde von ihrem Physiotherapeuten überwiesen, weil sie seit 12 Monaten unter funktionellen Muskelschmerzen und Hüftsteifigkeit litt, die sich beim Stehen und Gehen verschlimmerten. Frühere Behandlungen umfassten Mobilisierungen der Hüfte und des Beckens sowie eine Faszienlösung, die auf den Iliopsoas, den Rectus femoris und die Adduktoren abzielte und nur kurzfristige Linderung brachte. Verordnete Übungen, wie z. B. Wadenheben, verstärkten ihre Schmerzen, insbesondere in der linken Wade.
Klinische Bewertung
Eine umfassende biomechanische Bewertung ergab:
Haltungsprobleme: Genu valgum links stärker ausgeprägt; Beckenrotation; abgesenkter linker Beckenkamm
Fußmechanik: Navikularer Abfall und hoher Supinationswiderstand am linken Fuß; möglicher funktioneller Hallux Limitus
Aktivierung der Muskeln: Schwache Kraft des Tibialis anterior und EDL links; Peroneus longus nicht aktivierbar
Gleichgewicht und Mobilität: Instabilität der linken Seite, eingeschränkte Dorsalflexion des Knöchels, vermindertes hinteres Gleiten und schlechte intrinsische Fußfunktion
Beobachtungen zum Gangbild: Seitlicher Fußkontakt und mediale Belastung auf der linken Seite; abdominale Drehung auf dem rechten Fuß mit größerem rechten Armschwung
Behandlungsplan
Die Behandlung erfolgte mit einem multimodalen Ansatz:
Orthopädische Intervention
Orthesen-Typ: Original Single Medium Formthotics
Modifikationen:
4 mm Fersenerhöhung links (bis zum Mittelfuß verlängert)
Beidseitiger medialer Rückfußskive zur Korrektur des Subtalargelenks
Seitlicher Fersenausgleich
2 mm verlängertes PMP (Proximal Metatarsal Pad) zur Unterstützung der sagittalen Bewegung
Manuelle Therapie und Rehabilitation
Mobilisierung und Manipulation zur Wiederherstellung des ROM im Sprunggelenk
Funktionelles Stabilitätstraining: Dreibeinhaltung, Einsatz der Knöchelumkehrer und Streckmuskeln
Fortgesetzte Stärkung der Hüfte unter physiotherapeutischer Anleitung
Ergebnis
Innerhalb von zehn Tagen berichtete MM über deutliche Verbesserungen, obwohl bei längerem Stehen weiterhin Schmerzen auftraten. Sie erkannte die korrigierende Wirkung der Formthotics und bemerkte Unbehagen und Ungleichgewicht, wenn sie diese nicht trug. Auch die funktionelle Kraft und die Einhaltung von Übungen hatten sich verbessert.
Nach einer kleinen Anpassung der Orthese und zusätzlichen manuellen Therapiesitzungen konnte MM innerhalb von drei Monaten mit minimalen Beschwerden das Bergwandern wieder aufnehmen. Sie trägt die Formthotics weiterhin bequem und befolgt einen Wartungsplan mit vierteljährlichen Kontrollen.
Schlussfolgerung
Dieser Fall zeigt, wie wichtig es ist, eine umfassende biomechanische Bewertung und eine maßgeschneiderte Orthesenlösung bei der Behandlung komplexer Schmerzzustände, insbesondere bei Patienten mit fibromyalgie. Die Integration von Formthotische Orthesen die Mobilität, das Gleichgewicht und die Lebensqualität von MM deutlich verbessert, was ihre Rolle als wichtiges Instrument in der konservativen podiatrischen Versorgung unterstreicht.
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